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Kommt jetzt die Revolution?

COVID-19 erschüttert die ganze Welt, in fast allen Facetten. Nun hofften viele Linke – mich selbst eingeschlossen – auf die Revolution durch Corona, ganz nach dem Motto „Hurra, die Welt geht unter!“, wie man mittlerweile auch zahlreich in der Kommentarsektion des Musikvideos von K.I.Z artikuliert sieht. „Coronavirus. Flüchtlingskrise. Bevorstehende Weltwirtschaftskrise. Erstes Lied bei diesen Gedanken: "Hurra diese Welt geht unter" 🥰“, so eine Kommentatorin. Aber der Schein trügt, denn auch wenn man die aktuellen Veränderungen der Definition nach wohl als „Revolution“ bezeichnen könnte, handelt es sich hier mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht um die Revolution, aber wir haben ja noch George Floyd

Das Coronavirus erschüttert die gesamte Welt: Die Gesundheitssysteme, die Politik, die Wirtschaft. Und so wird mal schnell die Schwarze Null ausgesetzt, es werden riesige Kredite vergeben, und auch sonst wird all das getan, das man noch vor wenigen Monaten zum Schutze der Wirtschaft und vor der Inflation nie hätte tun dürfen. Und jetzt bekommen wir auch erstmals die Folgen eines Gesundheitssystems zu spüren, das ausschließlich nach wirtschaftlichen Kriterien gestaltet wurde. All dies hat einen massiven Erwachensprozess zur Folge, wie man ihn sogar bei der FDP, beispielsweise bei Marie-Agnes Strack-Zimmermann[1][2], beobachten kann.

Während die FDP aufwacht, verfallen die Grünen hingegen in Tiefschlaf, wie man bei Robert Habeck sieht.[3] Und das ist auch schon ein großer Teil des Problems: Die Verschiebung der „Grünen“ Partei nach rechts bzw. ihr damit einhergehender Wandel zur ökonomischen Rechten. Denn mit dem Wegfall der SPD durch die Große Koalition bleibt jetzt nur noch Die LINKE. Und alleine funktioniert eine Regierung in einer pluralistischen Demokratie nun mal nicht. Der Mittelstand will zurück zum „Normalzustand“, weil die kaputte Welt von gestern vielleicht doch noch schöner ist als das Homeoffice von heute, also denkt man gar nicht über das “new normal” nach und kreischt stattdessen nur nach Lockerungen.

Und eine Revolution auf der Straße kommt durch COVID-19 auch nicht, die einzigen Demonstrierenden sind Verschwörungsideolog*innen[4] und deren Revolution wird eine rechte sein. Die Revolution durch Corona passiert nicht, auch wenn das traurig sein mag.

Und dann…Rest In Peace

Am 25. Mai 2020 wurde der unbewaffnete, afro-amerikanische Mann George Floyd von einem Polizisten bewusst getötet und seitdem brennt Amerika, und Twitter auch.

Tausende Menschen sind auf den Straßen, “#BlackLivesMatter” und “#ACAB” sind ihre Mottos – gegen den Rassismus und die Polizei, die Antworten sind Tränengas und Schüsse auf die Köpfe der eigenen Bevölkerung.[5] Alle Antifaschist*innen sind jetzt offiziell kriminell, nein, sogar Mitglieder einer terroristischen Organisation[6] und wenn die Bundesstaaten nicht genug tun, wird eben die Armee eingesetzt, gegen das eigene Volk.[7] Bürgerkriegsähnliche Verhältnisse, das klingt schon mehr nach einer Revolution.

Aber ist das die Revolution? In den USA, wenn wir fest daran glauben, unnachgiebig dafür kämpfen und etwas Glück haben, ganz eventuell, vielleicht, ja. Nur kann diese Revolution leider keine sozialistische/kommunistische sein, denn das Ökonomische spielt erneut keine Rolle. Eine proto-anarchistische Revolution könnte daraus aber werden. In Deutschland wird erst einmal wenig passieren, aber das kann sich in den nächsten Monaten ja noch ändern.